Die fünf W des Notrufs
- Wo ist es passiert? Berg, Weg, Höhe, markante Punkte, Koordinaten aus dem Telefon.
- Was ist passiert? Sturz, Herzproblem, Verirrt, Blockiert.
- Wie viele Personen sind betroffen?
- Welche Verletzungen oder Beschwerden?
- Warten auf Rückfragen – nicht auflegen, Telefon erreichbar halten.
Dazu: Wetter und Sicht am Unfallort melden, damit die Leitstelle entscheiden kann, ob ein Hubschrauber fliegen kann.
Das alpine Notsignal
Ohne Netz hilft das international vereinbarte alpine Notsignal: sechs Zeichen pro Minute – Rufen, Pfeifen, Lichtblitze oder Winken mit einem auffälligen Kleidungsstück – dann eine Minute Pause, dann wiederholen, so lange, bis Antwort kommt. Die Antwort lautet drei Zeichen pro Minute, ebenfalls mit einer Minute Pause. Wer ein Signal hört oder sieht, antwortet und alarmiert die Rettung.
Bei herannahendem Hubschrauber: beide Arme nach oben (Y) heißt „Ja, wir brauchen Hilfe“, ein Arm oben, einer unten (N) heißt „Nein, keine Hilfe nötig“. Lose Gegenstände sichern, Rücken zum Rotorwind, nicht auf den Hubschrauber zugehen.
Erste Hilfe am Berg
Eigensicherung zuerst: Niemandem ist geholfen, wenn der Helfer ebenfalls stürzt. Dann Verletzte aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich bringen, soweit möglich. Blutungen stillen, Betroffene vor Kälte schützen (Rettungsdecke, Rucksack als Unterlage, Jacke), beruhigen und nicht allein lassen. Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage, bei Atemstillstand Wiederbelebung. Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung: nicht bewegen, außer bei akuter Gefahr.
Bergwacht Bayern
Die Bergwacht Bayern ist Teil des Bayerischen Roten Kreuzes. Ihre Wurzeln reichen bis 1920 zurück, als Alpenvereinssektionen in München eine „Sitten- und Naturschutzwacht“ gründeten. Heute leisten rund 4.200 ehrenamtliche Bergretterinnen und Bergretter in über 100 Bereitschaften jährlich etwa 12.000 Einsätze – bei Wander- und Kletterunfällen, Lawinen, Suchaktionen und zunehmend auch bei Mountainbike- und Gleitschirmunfällen. Ausgebildet wird im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung in Gaißach bei Bad Tölz, wo unter anderem Hubschrauber-Rettungsszenarien in einer Halle simuliert werden. Die Rettung selbst ist für Verletzte in Bayern in der Regel über die Krankenversicherung abgedeckt; die Suche nach Vermissten oder Unverletzten kann kostenpflichtig sein.